„Fliegen“ Sie beim Gleitschirmfestival in Mu Cang Chai über goldene Reisfelder

 

Die imposanten Reisterrassen von Mu Cang Chai sind vielleicht weniger bekannt – und weniger touristisch – als die von Sa Pa. Doch wer sie einmal gesehen hat, schwört, einen Blick auf das Paradies auf Erden erhascht zu haben. Deshalb ernannte die Reise-Website Big 7 Travel Mu Cang Chai zu einem der 50 schönsten Reiseziele weltweit. Aus diesem Grund findet dort auch Ende September während der „goldenen“ Erntezeit ein jährliches Paragliding-Festival statt, das all jene anzieht, die über spektakuläre Landschaften schweben möchten.

Mu Cang Chai liegt in Yen Bai, einer nordöstlichen Provinz etwa 300 km von Hanoi entfernt, am Fuße des Hoang-Lien-Son-Gebirges. Dort, in den tiefen Tälern rund um den mächtigen Roten Fluss, erstrecken sich Schicht für Schicht beeindruckende Reisterrassen an den steilen Hängen imposanter Berge. Diese landwirtschaftlichen Kunstwerke, das Ergebnis jahrhundertelanger harter Arbeit, wurden von alten Volksstämmen ausgeklügelt angelegt, um den Wasserfluss nach unten zu regulieren. In Mu Cang Chai gibt es rund 2.200 Hektar dieser Reisterrassen, von denen 500 Hektar im Jahr 2007 vom vietnamesischen Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus zu nationalen Stätten des Kulturerbes erklärt wurden.

Die sanft geschwungenen Formen wirken wie smaragdgrüne Stufen, die Erde und Himmel miteinander verbinden. Deshalb sind viele der mit Reis bedeckten Hügel von Mu Cang Chai (insbesondere die Hügel Mong Ngua und Mam Xoi) beliebte Fotospots für Fotografen und Social-Media-Influencer.

Obwohl diese Terrassen wie geschaffen für Tourismusbroschüren wirken, sind sie für das Überleben der einheimischen Bevölkerung von zentraler Bedeutung. Die Hügel sind übersät mit rustikalen Weilern, Häusern und Homestays der nördlichen Bergvölker, die hier seit Generationen leben. Insbesondere die Schwarzen H’mong bewohnen die drei Hauptdörfer in Mu Cang Chai: La Pan Tan, Che Cu Nha und De Xu Phinh. Bei einer Bevölkerungsdichte von nur 53 Einwohnern pro Quadratkilometer dominiert jedoch weitgehend die Natur.

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Kapitel 01 —

EIN BEFLÜGELNDES ERLEBNIS

Der beste Weg, diese landschaftliche Pracht in all ihrer Schönheit zu bewundern, ist natürlich aus der Vogelperspektive. Deshalb nutzen Kenner das jährliche Paragliding-Festival Ende September, um über Mu Cang Chai zu schweben – genau dann, wenn der Reis reif ist und im goldenen Glanz erstrahlt. 

Paragliding ist eine wunderbare Möglichkeit für alle, die das Gefühl erleben möchten, wie ein Vogel zu schweben – ganz ohne das Adrenalin und das Risiko des Fallschirmspringens. Es ist eine viel sanftere Erfahrung. Sobald man in der Luft ist, wird alles ganz still. Während man über das ländliche Alltagsleben hinweggleitet, stellt sich eine tiefe Ruhe ein. Die Zeit vergeht langsamer, sodass man den Panoramablick auf die geschwungenen Hänge, das Mosaikmuster der Reisfelder, die blühenden Blumenfelder, die Nebelschleier zwischen den Gipfeln und die Angehörigen der Bergvölker in ihren bunten Trachten in vollen Zügen genießen kann.

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Kapitel 02 —

DAS FESTIVAL

Das 6. Paragliding-Festival von Mu Cang Chai, das am 25. September 2022 beginnt, steht unter dem Motto „Fliegen über goldene Felder“. Das liegt daran, dass der Reis im Herbst, wenn er erntereif ist, einen warmen Gelbton annimmt, der sich wunderschön von den grünen Bergrücken und dem Laub der Wälder abhebt. 

Angesichts dieser spektakulären, fast schon märchenhaften Landschaft ist Mu Cang Chai einer der besten Paragliding-Spots Vietnams. Das Hauptgeschehen spielt sich am Startplatz auf dem Khau-Pha-Pass ab. Auf etwa 1.200 bis 1.500 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, gehört dieser zu den „vier großen Passstraßen“ des Nordwestens. Während man an den Hügeln wie aus einer Fantasiewelt herabgleitet, wird man von den fröhlich winkenden Kindern des unten liegenden Dorfes Lim Mong begrüßt.

Steht Paragliding auch auf Ihrer Wunschliste? Nutzen Sie dieses jährliche Event, um dieses Erlebnis auf denkbar eindrucksvollste Weise abzuhaken. 

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Kapitel 03 —

WEITERE VERANSTALTUNGEN

Das Festival ist Teil eines umfassenderen Veranstaltungsprogramms, das bis Ende Dezember läuft, um Touristen das vielfältige Angebot der Region Yen Bai näherzubringen. Neben Kulinarik- und Tourismusausstellungen gibt es auch einen Karnevalsumzug. 

Ebenfalls im September findet in Yen Bai eine im Fernsehen übertragene Zeremonie im Stadion der Stadt Nghia Lo statt, um den Xoe-Tanz zu ehren, der für das kulturelle Leben der ethnischen Thai-Gemeinschaften der Region von zentraler Bedeutung ist. Im Dezember 2021 wurde der Tanz zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Bei der Zeremonie zur Übergabe der UNESCO-Urkunde („Kunst des Xoe-Tanzes der Thai“) wird es eine riesige Xoe-Tanzaufführung mit mehr als 2.000 Mitwirkenden geben.

Zu den sportlichen Höhepunkten gehört unter anderem ein Marathon (Mu Cang Chai Ultra Trail). Für die bäuerlichen Gemeinschaften der ethnischen Minderheiten gibt es Wettbewerbe im schnellen Reisernten, Pflügen und Stampfen sowie Herausforderungen im Stoffverzieren. Naturliebhaber sollten sich die Touren zur Erkundung der Terrassen und zum „Wolkenjagen“ nicht entgehen lassen oder das „To-day“-Blütenfestival besuchen.