• Sonnenuntergangsglanz am Südwestlichen Meer

Ich habe das Meer von vielen Ecken des Landes aus gesehen, aber als ich zur Insel Da Bac zurückkehrte – einer Gruppe von Inselchen in der Gemeinde Khanh Binh Tay, Provinz Ca Mau – wurde mir klar, dass die südwestliche Küste unserer Heimat eine ganz eigene Schönheit besitzt.

Das Meerwasser hier ist nicht das tiefe Blau der Zentralküste, noch gibt es weißen Sand und goldenen Sonnenschein. Stattdessen trägt das Meer ein gedämpftes, sedimentreiches Braun, das unter der Mittagssonne silbern schimmert, während Welle um Welle sich endlos in die Ferne erstreckt. Nahe den Flussmündungen, wo die Gewässer auf das Meer treffen, drängen sich Boote in engen Gruppen zusammen. Die Fischerboote sind in leuchtenden Blau-, Rot- und Gelbtönen gestrichen, und am Bug jedes Bootes blickt ein Paar lebhafter „Augen“ nach vorne, um den Weg zu weisen. Auf jedem Deck flattert die rote Flagge mit einem goldenen Stern – das heilige Symbol Vietnams.

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Diese Reise zurück zum Meer war nicht geplant. Nach Jahren der Abwesenheit fand ich die Insel Da Bac noch schöner, als ich mich je erinnern kann. Für erfahrene Reisende wie mich gibt es an diesem Ort immer etwas Neues zu entdecken. Doch für meine Freunde, die das Meer hier zum ersten Mal sahen, fühlte sich alles frisch, aufregend und es wert an, festgehalten zu werden – perfekt, um Fotos zu machen und das beste für Facebook auszuwählen.

Die felsigen Ausläufer erstrecken sich ins Meer, wo die Wellen sanft an sie schlagen. Die Abendbrise ist sanft und ruhig, das Meer liegt still. In der Ferne treiben Fischerboote langsam über das Wasser, so langsam, dass sie zwischen Meer und Himmel eingefroren zu sein scheinen. Diese vertraute Szene entspringt dem Leben der hart arbeitenden Einheimischen. Tief in mir weiß ich, dass sich hinter der Schönheit dieses natürlichen Gemäldes, hinter jenen Booten, die im dämmrigen Glanz treiben, der tägliche Überlebenskampf verbirgt – die Last des Lebensunterhalts, die Sorgen, Essen auf den Tisch zu bringen, und die stille Widerstandsfähigkeit der Menschen dieses Landes.

Als der Tag zu Ende ging, hüllte der Sonnenuntergang das Meer in seine warme Umarmung. Die Sonne, rot glühend wie das Eigelb eines gesalzenen Eis, sank langsam dem Horizont entgegen, kurz davor, im Meer zu verschwinden. Himmel und Wasser schienen zu verschmelzen. Ich wünschte, die Sonne würde schneller untergehen, meine Vorfreude wuchs mit jedem Moment. Doch die Zeit verging unbemerkt – in dem kurzen Moment, in dem ich mich umdrehte, um mit einem Freund über die Insel Ong Ngo zu plaudern, war die Sonne bereits unter den Wellen verschwunden. Was in mir zurückblieb, war ein stilles Gefühl der Sehnsucht und des Bedauerns.