• Ly Son Insel: Vietnams nächstes Must-Visit-Inselziel

Für anspruchsvolle Reisende kann die Suche nach einem unberührten Küstenparadies wie die Jagd nach einer Fata Morgana wirken. Doch etwa 15 Seemeilen vor der Küste Zentralvietnams liegt eine außergewöhnliche Ausnahme: die Insel Ly Son. Frei von der hyperkommerzialisierten Resortkultur, die anderswo in Südostasien zu finden ist, zieht dieser dramatische vulkanische Außenposten schnell die Aufmerksamkeit globaler Entdecker, Geologen und Abenteurer auf sich.

Vor Millionen von Jahren durch katastrophale submarine Vulkanausbrüche entstanden, ist Ly Son ein Meisterwerk der rohen Architektur der Natur. Es ist ein Ort, an dem zerklüftete Basaltklippen auf neontürkises Wasser treffen und alte Seefahrtsgeschichte nahtlos mit einer surrealen, smaragdgrünen Agrarlandschaft verschmilzt.

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Ly Son im Sommer (Foto: dovafa@gmail.com)

Die beste Reisezeit für Ly Son ist von April bis August, wenn der Himmel strahlend blau ist, das Meer ruhig und die Unterwassersicht außergewöhnlich gut ist.

Touristen aus aller Welt können zum internationalen Flughafen Da Nang fliegen oder einen Anschlussflug zum Flughafen Chu Lai nehmen. Von dort aus nehmen Sie ein Taxi oder einen Bus zum Hafen Sa Ky in Quang Ngai, wo bequeme Schnellboote mehrmals täglich die malerische 35- bis 45-minütige Überfahrt zur Insel machen.

Eine in Feuer geschmiedete Landschaft

Ly Son besteht eigentlich aus zwei Hauptinseln: Cu Lao Re (die Große Insel) und An Binh (die Kleine Insel). Die Hauptinsel zu betreten bedeutet, über die Überreste von zehn erloschenen Vulkankratern zu gehen.

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Algenzeit am Kap Ba Lang An (Foto: Le Huy Tuan)

Das Kronjuwel dieser geologischen Wunder ist der Thoi Loi Berg. Als höchster Gipfel der Insel ist er der Rand eines massiven, alten Kraters, der heute ein Süßwasserreservoir beherbergt. Ein Spaziergang entlang seines zerklüfteten Randes bietet weite Ausblicke auf die markant schöne Doppelpersönlichkeit der Insel: auf der einen Seite das endlose, stimmungsvolle Blau des Meeres; auf der anderen ein Schachbrettmuster aus leuchtend grünen und weißen Feldern, die in die dunkle Vulkanerde genäht sind.

Während der Algenzeit machen Sie eine Kreuzfahrt zum Kap Ba Lang An, um die farbenfrohe Mischung der Natur zu erleben – das Grünliche, Gelbliche der Algen, umgeben vom blautürkisen Meerwasser.  Inzwischen rahmt das To Vo Tor, ein natürlicher, freistehender Bogen aus schwarzem Basaltstein, den Horizont perfekt ein und macht es zu einem dramatischen, melancholischen Ort, um die Sonne unter den Wellen versinken zu sehen.

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To Vo Tor (Foto: photoanhminhthe@gmail.com)

Das "Königreich des Knoblauchs"

Was internationale Erstbesucher wirklich überrascht, ist die beeindruckende landwirtschaftliche Vielfalt der Insel. Ly Son ist in ganz Vietnam liebevoll als das "Königreich des Knoblauchs" bekannt, und die lokalen Anbaumethoden sind so einzigartig wie die Geografie selbst.

Da der Boden vollständig aus mineralreichem vulkanischem Basalt besteht, haben die lokalen Bauern eine brillante mehrschichtige Anbaumethode entwickelt. Sie mischen die dunkle Vulkanerde mit einer oberen Schicht aus sauberem, feinem Korallensand, der von den Stränden geholt wird. Diese einzigartige Kombination schützt die Pflanzen vor rauen Seewinden und speichert gleichzeitig Feuchtigkeit.

Von den Klippen aus ähneln diese terrassierten Parzellen einer minimalistischen modernen Kunstinstallation. Das daraus resultierende Produkt, insbesondere der seltene "einzelzehige Knoblauch", wird wegen seines intensiv aromatischen, süßen und nicht-scharfen Geschmacksprofils hoch geschätzt und dient als Säule sowohl der lokalen Küche als auch der traditionellen Medizin.

Ungezähmte Gelassenheit auf der kleinen Insel

Für diejenigen, die absolute Isolation suchen, ist eine schnelle 15-minütige Bootsfahrt nach An Binh (die Kleine Insel) unerlässlich. Frei von Autos und größeren Entwicklungen bietet sie eine Begegnung mit wilder, unberührter Natur.

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An Binh Strand (kleine Insel) (Foto: ngocduongphoto1962@gmail.com)

Hier besitzt das Wasser eine spiegelartige Klarheit. Umgeben von imposanten Wänden aus schwarzem Vulkangestein führen die Strände zu einem blühenden Unterwasserökosystem. Schnorchler und Taucher können direkt vom Ufer aus schwimmen, um brillante, mehrfarbige Korallenriffe voller Meereslebewesen zu erkunden und ein Inselökosystem zu erleben, das sich vollständig in der Zeit bewahrt anfühlt.