In Vietnam, einem der faszinierendsten Reiseziele der Welt für Geschichtsbegeisterte, bietet ein Aufenthalt in einem gut erhaltenen Hotel die Möglichkeit, die vielschichtige Vergangenheit des Landes aus nächster Nähe zu erleben. Suchen Sie nach einer geschichtsträchtigen Adresse zum Übernachten? Hier sind sechs unvergleichliche vietnamesische Hotels, in denen die Geschichte gleich um die Ecke liegt.
Kapitel 01 —
Sofitel Legend Metropole Hanoi
Es gibt Hotels – und dann gibt es das Metropole. Die weiße Fassade des Hotels mit den grünen Fensterläden ist seit 1901 ein Wahrzeichen von Hanoi. Hier wurden glanzvolle Feste gefeiert, schliefen Führungspersönlichkeiten aus aller Welt, wurden Verträge unterzeichnet und schrieben berühmte Schriftsteller. Sogar Charlie Chaplin verbrachte seine Flitterwochen im Metropole.
Im Inneren ist die Lobby so elegant wie eh und je. Das Holzwerk der alten Treppe glänzt noch immer. Nicht umsonst wird es als die Grande Dame der vietnamesischen Gastfreundschaft bezeichnet. Wenn Sie in Ha Noi sind, sollten Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einen Kaffee auf der Terrasse La Terrasse zu trinken, durch den grünen Innenhof des Hotels zu schlendern oder in seinen Kriegsbunker hinabzusteigen.
Kapitel 02 —
Hotel Majestic Saigon
Wenn das Metropole das französische Viertel hat, so hat das Majestic den Saigon-Fluss. Seit 1925 thront das Hotel an dieser erhabenen Biegung der Hauptwasserstraße von Ho-Chi-Minh-Stadt. Pariser Opulenz ist im Majestic überall lebendig – von den Bleiglasfenstern und funkelnden Kronleuchtern bis hin zu den Aufzügen und den Uniformen des Personals. Das Beste an einem Aufenthalt im Majestic ist die Aussicht aus den Zimmern mit Flussblick. Öffnen Sie die Türen, treten Sie auf Ihren Balkon und Sie werden sehen, wie das karamellfarbene Wasser auf der anderen Straßenseite immer noch so geruhsam fließt wie eh und je.
Kapitel 03 —
Caravelle Hotel
Als das Caravelle Hotel am Heiligabend 1959 mit einer glamourösen Party eröffnet wurde, stieg es sofort zum modernsten und ehrgeizigsten Hotel der Stadt auf. Journalisten berichteten begeistert über die Klimaanlage(!), das schusssichere Glas und den ausfallsicheren Generator des Hotels. Nicht lange danach bezogen die Botschaften von Australien und Neuseeland sowie die Nachrichtenbüros von CBS und NBC Quartier im Hotel.
Als der Krieg ausbrach, kamen ausländische Korrespondenten in der Saigon Saigon Bar zusammen, dem damals höchsten Punkt der Stadt, um die Scharmützel zu beobachten und Informationen auszutauschen. Heute sind die turbulenten Tage des Caravelle vorbei, doch das Hotel bleibt ein zeitloses Beispiel für herzliche vietnamesische Gastfreundschaft.
Kapitel 04 —
Continental Hotel
Es ist fast unmöglich, unter den von Bougainvilleen bewachsenen Balkonen des Continental hindurchzugehen, ohne Neugierde zu verspüren. Das Continental wacht seit 1880 über das Herz von Ho-Chi-Minh-Stadt. Das Ziegeldach, die Backsteinwände und die vier Meter hohen Decken des Hotels erinnern an eine gar nicht so ferne Vergangenheit, als Graham Greene das Hotel zu seiner Adresse machte. Vom Café im Erdgeschoss des Hotels aus beobachtete der Schriftsteller das Treiben auf dem Lam-Son-Platz.
Durstig? Der von Frangipani-Bäumen beschattete Innenhof des Continental ist eine Oase der Ruhe, in der Sie sich auf einen Stuhl setzen, einen G&T bestellen und spüren können, wie die Jahre verfliegen.
Kapitel 05 —
Dalat Palace Hotel
In die Geschichte des Dalat Palace Hotel sind auch ein oder zwei Liebesgeschichten eingewoben. In den 1920er Jahren erbauten französische Kolonialherren ein prächtiges Hotel im kühlen Hochland von Da Lat. Für ihren Sommersitz wählten sie einen sanft geschwungenen, mit Kiefern bestandenen Hang mit Blick auf den See. Fast ein Jahrhundert später strahlt das Hotel immer noch makellosen viktorianischen Stil aus.
Kleine Warnung: Die Badewannen mit Löwenfüßen, antiken Telefone und offenen Kamine reichen aus, um eine Welle der Nostalgie auszulösen.
Im Dalat Palace lernte Vietnams letzter Kaiser auch die Frau kennen, die seine Ehefrau und die letzte Kaiserin der Nguyen-Dynastie werden sollte. Der Geschichte nach bemerkte Kaiser Bao Dai die junge Schönheit bei einer Tanzveranstaltung im Hotel. Er lud sie zu einem Tango ein, und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.
Kapitel 06 —
Rex Hotel
Vom Fuhrpark zum Fünf-Sterne-Hotel: Das Rex blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das Gebäude an einer der wichtigsten Kreuzungen im Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt wurde ursprünglich als weitläufige französische Garage entworfen. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte es sich zu einem sechsgeschossigen Handelszentrum mit drei Kinos und einem der lebhaftesten Tanzsäle ganz Südostasiens.
Später wandelte sich das Handelszentrum erneut, dieses Mal in ein Hotel. Als die Stadt in ihre turbulentesten Jahre eintrat, war die Rooftop Garden Bar des Rex der Schauplatz der berüchtigten Pressebriefings, die als „Five O’clock Follies“ bekannt wurden. Heute zieht die Dachterrasse des Hotels immer noch Gäste an, jedoch mit Live-Musik, gekonnt gemixten Cocktails und Ausblicken auf den Sonnenuntergang über der Stadt.




